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Kartellamt kassiert Brillenglas-Preislisten. Was nun?

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Brillenglaspreislisten mit unverbindlichen Preisempfehlungen nicht mehr zulässig

Zum 1.4.2009 hat das Bundeskartellamt der optischen Industrie untersagt, Brillenglaspreislisten mit unverbindlichen Preisempfehlungen an Augenoptiker herauszugeben. Der Massenversand an alle Augenoptiker stelle eine unerlaubte Preisabsprache dar, die die freie Preisgestaltung und damit mehr Wettbewerb verhindere.

Preise immer noch nicht gesunken

Trotzdem die Regelung bereits seit 1.Januar 2009 in Kraft ist (bis 1.4. war eine Übergangsphase), sind die Endverbraucherpreise für Brillengläser immer noch nicht auf breiter Front gesunken, wie das Bundeskartellamt kürzlich mitteilte.

Wie denn auch?
"Um die Preise auf breiter Front sinken zu lassen, müsste zunächst mal ein Spielraum dafür bestehen." merkt Heiner Klostermann, Geschäftsführer des deutschen Glasanbieters Lintag an. Der Wettbewerbsdruck war jedoch schon vor Einführung der Regelung sehr stark, so dass die Brillenglaspreise bereits auf einem sehr niedrigen Niveau angekommen waren. "Wenn man bedenkt, dass ein Paar superentspiegelte und gehärtete Kunststoffgläser in 1999, also vor 10 Jahren, noch 300 DM kosteten und heute für die Hälfte, nämlich etwa 79 Euro zu haben sind, muss man sich fragen dürfen, ob das Bundesamt die wirtschaftliche Entwicklung der Branche nicht mitbekommen hat." sagt ein Augenoptikermeister am Lintag-Telefon.

Mehr Bürokratie produziert
Durch die Regelung werde nur mehr Bürokratie produziert, meint Lintag Geschäftsführer Heiner Klostermann. Denn der Augenoptiker müsse nun selbst jeden einzelnen seiner mitunter über 300 verschiedenen Glaspreise kalkulieren und daraus eine eigene Preisliste erstellen. Bei der gewissenhaften betriebswirtschaftlichen Kalkulation komme übrigens häufig zu tage, dass die Brillenglaspreise zum Teil eigentlich erhöht werden müssten, weil sie nicht mehr kostendeckend sind. Das lasse aber der scharfe Wettbewerb zwischen den Augenoptikern nicht zu.

Lintag Lösung für individuelle Augenoptiker VK Preislisten
Wie andere Glashersteller auch versendet Lintag keine Preislisten mit Endverbraucherpreisen mehr an seine Augenoptik-Kunden.Vielmehr wird eine Preisliste mit der individuellen betriebswirtschaftlichen Kalkulation für jeden Augenoptiker erstellt. Für Teilnehmer am Lintag Partnersystem ist dieser Service kostenlos. Augenoptiker erhalten ihre Brillenglas-Preislisten fix und fertig gedruckt von Lintag frei Haus.